An kaum einer Mumie wird so viel geforscht wie an Ötzi. Und über kaum eine Mumie wissen wir mehr als über den Gletscher-Oldie aus der Kupfersteinzeit. Seit der Bergung des Funds in den Ötztaler Alpen Mitte September 1991 hat die Wissenschaft zahlreiche Erkenntnisse über den Mann vom Hauslabjoch gewonnen. Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg präsentiert sie nun im Rahmen einer großen Sonderausstellung.

„Ötzi. Der Mann aus dem Eis“ stellt das heutige Wissen rund um den Verblichenen, seine Lebensweise und seine Todesumstände vor rund 5.300 Jahren vor. Eine lebensgroße Rekonstruktion und originalgetreue Repliken von Kleidung, Waffen und Werkzeugen geben interessante Einblicke in die Materialien und Handwerkstechniken jener Epoche. Interaktive Stationen laden zum Eintauchen in Ötzis Welt ein, und weitere Originalfunde zeugen vom Leben der Menschen, die damals in Nordwestdeutschland lebten. Interaktive Stationen und viele Exponate

Detailgetreue Nachbildungen von Ausrüstungsgegenständen und Kleidung veranschaulichen, wie gut Ötzi an seine Umwelt angepasst war. Mit einem Mantel aus Ziegenleder, gefütterten Schuhen aus Lindenbast und einem Kupferbeil war er ideal für das Leben in der unwirtlichen Bergwelt gerüstet. An zahlreichen interaktiven Stationen können die Besucher die Techniken der damaligen Zeit selbst ausprobieren, zum Beispiel Feuersteine mit einem Geweihstück bearbeiten. Spielerisch wird’s an einer Selfie-Station mit Ötzi-Verkleidungsstücken und alpinem Panorama.

Fundstücke der frühbäuerlichen Lebensweise

Ein Schwerpunkt liegt auf den Umständen seines Todes. Schnittverletzungen an den Händen zeugen von einem Kampf, eine Pfeilspitze im Brustkorb von einem gewaltsamen Tod, der ihn in einem Alter von etwa 45 Jahren ereilte.

Ein weiteres Highlight der Sonderausstellung sind Fundstücke aus der museumseigenen Sammlung über Ötzis Zeitgenossen in Nordwestdeutschland. Die Menschen waren sesshaft, betrieben Ackerbau und hielten Viehherden. Die frühbäuerliche Lebensweise ist heute unter dem Begriff „Trinkbecherkultur“ bekannt, benannt nach der keramischen Gefäßform, die im heutigen Norddeutschland, Polen, Dänemark und Südschweden weit verbreitet war.

Informationen

Die Ausstellung „Ötzi. Der Mann aus dem Eis“ läuft im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg noch bis zum 26. Mai.

  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr
  • Eintritt: Tageskarte 6 Euro, ermäßigt 4 Euro Kinder ab 7 Jahre 2 Euro Kinder unter 7 Jahre Eintritt frei
Lothar Steckel
Autor

Als Geschäftsführer einer Bremer Kommunikationsagentur weiß Lothar Steckel, was Nordlichter bewegt. So berichtet er für aktiv seit mehr als drei Jahrzehnten vor allem über die Metall- und Elektro-Industrie, Logistik- und Hafenwirtschaft, aber auch über Kultur- und Freizeitthemen in den fünf norddeutschen Bundesländern.

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