Die aktuelle Politik der Trump-Administration macht auch den Unternehmen in den fünf norddeutschen Bundesländern zu schaffen. Mehr als jeder vierte Betrieb erwägt derzeit mit Blick auf die digitale Infrastruktur, die eigene Abhängigkeit von den USA zu verringern – beispielsweise durch die Nutzung alternativer Anbieter von KI- und Software-Anwendungen.
Das Vertrauen nimmt Schaden
„Jeder Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten trifft auch unsere norddeutsche Wirtschaft empfindlich“, so Nord-metall-Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger. „Und das Vertrauen in die seit über 100 Jahren gewachsenen Beziehungen erodiert stetig.“

Die Folge: Die Unternehmen im Norden kehren den USA zunehmend den Rücken zu und richten sich auf andere Märkte aus. Fickinger: „Darum ist nicht nur das EU-Handelsabkommen mit Indien so wichtig, sondern auch das Mercosur-Abkommen. Es darf nicht länger politisch torpediert werden.“
52 Prozent der norddeutschen Firmen exportieren Waren in die USA
Das Abkommen war Anfang 2026 unterzeichnet worden. Es soll eine neue Freihandelszone mit über 700 Millionen Einwohnern schaffen, ist aber noch nicht in Kraft getreten. Im Januar beschloss das EU-Parlament, das Abkommen überprüfen zu lassen.
Wie die Befragung zeigt, überdenkt zudem fast jeder vierte Betrieb seine Ausfuhr-Strategie, um neue Exportziele zu erschließen. Und etwa jeder sechste Betrieb arbeitet an der Neuordnung der Lieferketten, um keine Zwischenprodukte aus den USA mehr beziehen zu müssen. Allerdings wenden sich nicht alle Firmen von der US-Wirtschaft ab, einige intensivieren sogar die Zusammenarbeit.
So geben 6 Prozent der Betriebe an, eine eigene Produktion in den USA aufbauen zu wollen. Ein solches Vorgehen kann dazu dienen, Einfuhrzölle zu umgehen.
An der Befragung beteiligten sich rund 147 Mitgliedsbetriebe. Nordmetall und AGV Nord vereinen rund 700 Mitgliedsunternehmen mit über 180.000 Beschäftigten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Nordwest-Niedersachsen.

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.
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