Das Windturbinen-Werk von Siemens Gamesa in Cuxhaven zählt zu den weltweit modernsten und größten seiner Art. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass auf dem weitläufigen Gelände auch eine der größten Rauchschwalben-Populationen Norddeutschlands lebt. Betreut werden sie von Alexander Reiss (57), der seit acht Jahren als Umweltfachkraft für das Unternehmen arbeitet.

Es begann mit Nestern in einem Logistikzelt

Der Vogel, der auch als Gabel- oder Hausschwalbe bekannt ist, baut seine Nester gern an Durchgängen und früher oft in offenen Rauchabzügen (daher der Name). Bei Siemens Gamesa siedelten sich die Tiere in einem Logistikzelt an und fühlten sich dort offenbar sehr wohl. Alexander Reiss: „Zuletzt waren es rund 25 Nester mit je vier Küken.“

Die Rauchschwalbe (Hirun-do rustica) ist ein klassischer Zugvogel, der im Laufe seines Lebens enorme Strecken zurücklegt. Das hat sie mit Alexander Reiss gemeinsam, denn der gebürtige Berliner ist schon viel herumgekommen. Nach dem Abi machte er zunächst eine Hochbau-Lehre, fuhr danach drei Jahre lang Taxi, studierte im Anschluss Bauwesen und ging Anfang 2001 als Diplom-Ingenieur zu einem großen Bauunternehmen im norwegischen Oslo.

2004 übernahm er einen Job in einem irischen Betonfertigteilwerk unweit von Dublin, zwei Jahre später wurde er Qualitätsmanager in einem ähnlichen Betrieb in Dubai und ab 2007 arbeitete er als Qualitäts- und Arbeitsschutz-Manager in Katar, ehe er 2018 bei Siemens Gamesa in Cuxhaven anheuerte.

Ein neues Schwalben-Zuhause auf dem Werkgelände von Siemens Gamesa

Die Schwalben, die dort lebten, wurden allerdings irgendwann zu einer Herausforderung, denn als das Zelt wieder abgebaut werden sollte, musste man den gefiederten Gästen eine passende Alternative bieten.

Alexander Reiss löste das Problem. Er zog Erkundigungen ein, verhandelte mit der Geschäftsführung und ließ schließlich von einer Schreinerei aus der Region mehrere Nisthäuser bauen, die auf dem Werkgelände aufgestellt wurden. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagt er. „Nun haben die Schwalben ein neues Zuhause.“

Aktueller Blick in norddeutsche Betriebe

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Clemens von Frentz
Leiter aktiv-Redaktion Nord

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.

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