Wer mit Mark Zumdohme spricht, der merkt sehr schnell: Der gebürtige Niedersachse ist ein echter Praktiker. Ein Macher. Sein Credo: „Man braucht gute Leute, den Rest kann man kaufen.“

Das ist kein Kalenderspruch, sondern gelebte Überzeugung. Vor 20 Jahren ging er mit seiner Frau nach Omaha im US-Bundesstaat Nebraska – ohne Netzwerk, ohne Sicherheiten, aber mit einer klaren Idee. Heute ist er President & CEO von Graepel North America und hat den Standort von einem Ein-Mann-Büro zu einem Produktionsbetrieb mit 65 Mitarbeitern ausgebaut.

Seit 2010 produziert Graepel auch in den USA

„Mich interessiert das Ergebnis, nicht der Weg dahin“ 

Mark Zumdohme, President & CEO von Graepel North America

Der Anfang war bescheiden: Büro mieten, Telefon anschließen, Kaltakquise. Zumdohme war Vertriebler, Organisator und Troubleshooter in Personalunion. „Einfach machen“ lautete die Devise. Was ihn antrieb, war die Offenheit der Menschen im Mittleren Westen – und die Nähe zu den Kunden aus der Land- und Baumaschinen-Industrie. Nebraska wurde nicht zufällig gewählt, sondern strategisch.

2010 kam zum Verkauf auch noch die Produktion hinzu. Maschinen aus Deutschland, ein wachsendes Team, die ersten Bauteile aus eigener Fertigung. „Ein Gänsehaut-Moment“, erinnert sich Zumdohme.

In den folgenden Jahren wuchs das Werk in mehreren Etappen, wurde erweitert, modernisiert und schließlich zu einem vollwertigen Engineering- und Produktionsstandort ausgebaut. Heute wird Graepel North America als amerikanischer Hersteller mit deutschen Wurzeln wahrgenommen – genau so, wie es gedacht war.

Als Führungskraft hat Zumdohme vor allem eines gelernt: loslassen. Vom Einzelkämpfer zum CEO bedeutete für ihn, Verantwortung abzugeben und Experten zu vertrauen. „Mich interessiert das Ergebnis, nicht der Weg dahin“, sagt der 48-Jährige. Dieser Ansatz prägt die Kultur im Unternehmen bis heute.

Duale Ausbildung aus Deutschland importiert

Ein großes Anliegen ist dem Vater von drei Söhnen die Ausbildung. Mit der Einführung des sogenannten ICATT-Programms, eines dualen gewerblichen Ausbildungsmodells der Deutschen Auslandshandelskammer mit dreijähriger Lehrzeit, brachte er ein wichtiges Erfolgsmodell der heimischen Arbeitswelt in die USA – mit nachhaltiger Wirkung für die Region.

Sein Fazit nach zwei Jahrzehnten: ein gewachsenes Unternehmen, stabile Arbeitsplätze und eine zweite Heimat. Und der Blick nach vorn bleibt klar: weiter wachsen – Schritt für Schritt.

Aktueller Blick in norddeutsche Betriebe

Empfohlener externer Inhalt: OpenStreetMap

Dieser Artikel wird an dieser Stelle durch einen externen Inhalt von OpenStreetMap bereichert, den unsere Redaktion ausgewählt hat. Bevor wir diesen Inhalt anzeigen, benötigen wir Ihre Einwilligung. Natürlich können Sie das Element eigenhändig wieder deaktivieren oder Ihre Cookies löschen.

Clemens von Frentz
Leiter aktiv-Redaktion Nord

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.

Alle Beiträge des Autors