Er ist ein „positiv Verrückter“ im besten Sinne: Manfred Siebert-Diering, Geschäftsführer des Mittelständlers Unitron, hat die Faszination des Ultra-Langstreckenlaufs für sich entdeckt. Er hat bereits mehrere XXL-Marathons in der Sahara bestritten und will nun einen 200-Kilometer-Lauf am Äquator in Angriff nehmen.

Den ersten Marathon lief er in Hamburg

Angefacht wurde die Leidenschaft des heute 57-Jährigen vor über 20 Jahren. „Mein Sohn war gerade geboren, als ein Freund mich auf eine Fünf-Kilometer-Runde mitgenommen hat“, erinnert er sich. Schnell war das Läufer-Gen in ihm aktiviert und noch im gleichen Jahr absolvierte er seinen ersten Halbmarathon.

Wenig später lief er in Hamburg seinen ersten Marathon. „Mein Wunsch war es, unter vier Stunden zu bleiben, und das habe ich auch geschafft“, erzählt er. „Ich brauche immer ein Ziel und bin von meinem Naturell her wettkampforientiert.“

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Die sportlichen Ziele zu erreichen, ist gar nicht so einfach, denn Siebert-Diering hat einen anspruchsvollen Job; gemeinsam mit Bruder Nico führt er in zweiter Generation die Familienfirma Unitron im friesischen Schortens. Sie ist spezialisiert auf die Beratung und den Vertrieb von Schweißzusatzwerkstoffen und schweißtechnischem Zubehör. Auch die Reparatur und Wartung von Schweißanlagen gehören zum Produktportfolio.

Halluzinationen in der Wüste

Da gibt es für alle 20 Beschäftigten viel zu tun. Wie schafft es der Geschäftsführer trotzdem, Firma und Sport unter einen Hut zu bringen? „Striktes Zeitmanagement“, sagt er. „Anfangs bin ich morgens vor der Arbeit gelaufen, heute zieht sich das Training schon mal bis in die Nacht.“

Seine jüngsten Wettkämpfe waren der „Marathon des Sables“ in der Sahara mit 250 Kilometer Länge und das Rennen „Le Treq“ in Algerien. Dort schaffte der laufverrückte Friese vor zwei Jahren 193 Kilometer in 56 Stunden, durch Sand- und Geröllwüste, brütende Hitze tagsüber und bis zu vier Grad Kälte in der Nacht. Siebert-Diering: „Ich bin die ersten 26 Stunden durchgelaufen und habe insgesamt nur vier Stunden geschlafen. Da kann man beim Laufen schon mal halluzinieren.“

Im Folgejahr nahm er erneut an einem Wüstenlauf in Algerien teil; dieses Mal standen 220 Kilometer in sechs Etappen auf dem Programm. Auch das hat er geschafft.

Und nun? „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Abenteuern“, sagt er. Das nächste wartet schon auf der afrikanischen Insel São Tomé und Príncipe. Dort will der Niedersachse am „Hemisphere Crossing“-Lauf teilnehmen, einem 200-Kilometer-Rennen über sechs Etappen.

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Lothar Steckel
Autor

Als Geschäftsführer einer Bremer Kommunikationsagentur weiß Lothar Steckel, was Nordlichter bewegt. So berichtet er für aktiv seit mehr als drei Jahrzehnten vor allem über die Metall- und Elektro-Industrie, Logistik- und Hafenwirtschaft, aber auch über Kultur- und Freizeitthemen in den fünf norddeutschen Bundesländern.

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