Als 2024, im Herbst, 50 neue Azubis ihre Ausbildung bei Liebherr Rostock begannen, war unter ihnen auch Leon Proskawetz (25). Der gebürtige Dresdner erlernt bei dem Kranbauer den Beruf des Mechatronikers, aber er blickt im Gegensatz zu den meisten Lehrkollegen schon auf einige beruflichen Erfahrungen zurück.
Nach der zehnten Klasse begann Leon zunächst eine Augenoptiker-Ausbildung, die er jedoch im dritten Jahr abbrach. „Ich befand mich damals in meiner wilden Jugendphase und habe nicht jeden Schritt reiflich überlegt“, erzählt er. Es folgte ein Minijob in einer Bäckerei, wo er Brötchen auslieferte. Seine Chefin bot ihm eine Lehre in der Systemgastronomie an, und Leon sah die Chance, danach das Fachabi nachzuholen. „Ich habe mich schon früh für Autos und Technik begeistert. Daher war es mein mittelfristiges Ziel, Maschinenbau zu studieren.“
Jahrgangsbester in seinem Lehrberuf
Der Plan geht auf: Die Ausbildung als Fachmann für Systemgastronomie schließt er als Jahrgangsbester in Sachsen ab und macht danach sein Fachabi mit der Note 1,2. „In dieser Zeit habe ich den Spaß am Lernen wiederentdeckt.“ Er zieht von Dresden nach Friedrichshafen und beginnt dort ein duales Maschinenbaustudium.
Schon bald jedoch erweisen sich seine fehlenden Grundlagen in Mathe und Physik als Handicap. Auch in seinem Lehrbetrieb geht es mehr um Theorie als Praxis. Das komplette Gegenteil schildern ihm hingegen zwei Kommilitonen, die ein duales Studium bei Liebherr in Lindenberg und Biberach absolvieren. Leon: „Sie schwärmten von dem praxisnahen Arbeitsumfeld und der großen Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen.“
Anfang 2024 bricht Leon sein Studium ab und steht erneut vor der Frage, wie es beruflich weitergehen soll. Praxisnah und abwechslungsreich soll die neue Herausforderung sein, am liebsten in der Industrie. „Meine beiden Ex-Kommilitonen rieten mir dann zu Liebherr.“
Telefonat mit dem Ausbildungsleiter
Leon recherchiert die Stellenausschreibungen des Unternehmens und wird auf den Standort Rostock aufmerksam. „Als ich dann von der Mechatroniker-Ausbildung las, dachte ich: Jackpot! Spannende Themen wie Mechanik, Informatik, Hydraulik und die Perspektive auf Auslandseinsätze nach der Lehre. Das klang nach einem Traumjob!“
Ein Telefonat mit Ausbildungsleiter Manfred Wanitschke bestärkt ihn in seinem Vorhaben. Er bewirbt sich, kann im Vorstellungsgespräch überzeugen und drei Tage später kommt die Zusage.
Für Leon eine echte Happy-End-Story. „Ich fühle mich bei Liebherr superwohl und sehe meine Zukunft eindeutig hier“, sagt er. „Hier will ich bleiben. Nach der Lehre möchte ich gern als Auslandsmonteur arbeiten. Auch eine Weiterbildung zum Industrietechniker oder Meister würde mich reizen.“
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Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.
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