Manchmal braucht es einige Umwege, um herauszufinden, wo man wirklich hingehört. Für Mathias Obetzhauser führte dieser Weg von Mecklenburg-Vorpommern nach Nordrhein-Westfalen und schließlich zurück nach Schwerin.

Direkt nach dem Schulabschluss packte der gebürtige Neustrelitzer 2004 seine Sachen und zog Richtung Westen, um Mechatroniker zu werden. „Damals wollte ich einfach weg“, erinnert sich der heute 38-Jährige. Doch während er sich beruflich weiterentwickelte, eine Familie gründete und später eine neue Liebe fand, blieb er seiner alten Heimat stets verbunden.

Der entscheidende Impuls kam schließlich von seiner Partnerin Helena. Die Architektin stammt aus Rio de Janeiro und suchte nach neuen beruflichen Perspektiven. Als sie eine Stelle in Schwerin annahm, begann auch Mathias Obetzhauser, sich konkret mit dem Gedanken an eine Rückkehr zu beschäftigen.

„Ganz aufs Land sollte es nicht gehen“, erzählt er. „Helena kommt schließlich aus einer Millionenstadt.“ Schwerin erwies sich als idealer Kompromiss: groß genug für urbanes Leben, klein genug für kurze Wege. Dazu eine hervorragende Verkehrsanbindung, viele Seen und die Ostsee quasi vor der Haustür.

Beruflich brachte der gelernte Mechatroniker für den Wechsel beste Voraussetzungen mit. Dank seiner praktischen Erfahrungen und seines Wissens in der Programmierung von Mikrocontrollern, Android-Apps und PC-Anwendungen konnte er mit Kompetenzen aufwarten, die sehr gesucht sind. Im Internet stieß er auf eine Stellenausschreibung der Firma HNP Mikrosysteme, bewarb sich und bekam den Job.

„Hier arbeitet man gemeinsam auf Augenhöhe, das gefällt mir“

Heute arbeitet er dort als Softwareentwickler. Was ihn besonders freut: Der Arbeitgeber vertraut auf sein Know-how, auch ohne einen klassischen Abschluss im Softwarebereich. Obetzhauser: „Ich kann mich fachlich weiterentwickeln und habe mich sogar finanziell verbessert.“

Auch die Unternehmenskultur gefällt ihm: „Hier existieren Hierarchien höchstens auf dem Papier“, sagt er. „Man wird einbezogen, arbeitet auf Augenhöhe und entwickelt gemeinsam Lösungen.“ Für ihn ist Schwerin heute weit mehr als ein Wohnort. Es ist der Platz, an dem Beruf, Lebensqualität und Heimatgefühl zusammenfinden.

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Clemens von Frentz
Leiter aktiv-Redaktion Nord

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.

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