Unter Norddeutschlands Jugendlichen herrschen Zuversicht und Motivation. Das belegt die erste Jugendstudie von Nordmetall für Bremen: 89 Prozent der rund 700 befragten Schüler blicken optimistisch in die Zukunft, knapp die Hälfte strebt Führungsverantwortung an.
Rund 70 Prozent der Befragten wollen zwar eine gute Bezahlung, doch unterschätzen sie den Einstiegsverdienst in der Metall- und Elektro-Industrie deutlich
Auch in anderen Punkten braucht es mehr Aufklärung. So messen Jugendliche klassischen Tugenden wie Disziplin und Pünktlichkeit für den betrieblichen Alltag eine größere Bedeutung bei als viele Arbeitgeber, von denen ebenfalls eine repräsentative Gruppe befragt wurde. Umgekehrt meiden die Schüler Mathe und Physik, obwohl genau diese Fächer der Schlüssel zu gut bezahlten Jobs sind.
Ähnlich sieht es in anderen Bereichen aus. Deutsch als wichtigstes Fach? Sehen fast alle Betriebe so – aber nur ein Bruchteil der Jugend. Informatik? Für Unternehmen unverzichtbar, in Bremens Schulen aber nicht flächendeckend vorhanden. Das muss sich ändern.
Positiv ist: Praktika werden als Karriere-Booster erkannt. Doch die Berufsorientierung an Schulen wird von der Wirtschaft oft nur als „ausreichend“ bewertet. Wir brauchen also mehr Kontakt zur Arbeitswelt – und zwar frühzeitig.
Jungen Menschen bietet sich eine Fülle an Chancen: Das duale Studium ist attraktiv, mobiles Arbeiten möglich und die M+E-Welt mit ihrer enormen Vielfalt voller Perspektiven – auch im Zeitalter von Robotik, KI und Digitalisierung.
Jetzt gilt es, diese Möglichkeiten noch sichtbarer zu machen. Die Arbeitgeberverbände tun dies bereits – etwa unter zukunftsindustrie.de. Hier zeigen sie jungen Menschen Wege auf, die zu ihren Zielen und zu den Bedürfnissen der Wirtschaft passen. Denn das ist unsere Kernaufgabe: Brücken zu bauen – zwischen Bildung und Beruf, zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Die Jugend muss die Chance haben, die Arbeitswelt früher und besser kennenzulernen
Nico Fickinger ist Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, die aktiv im Norden möglich machen. Diskutieren Sie mit ihm: nordwort@aktivimnorden.de
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