Doch, es gibt sie, die guten Nachrichten vom Ausbildungsmarkt der norddeutschen Metall- und Elektro-Industrie: Unsere Firmen stehen weiter klar zur dualen Ausbildung. Unsere aktuelle Ausbildungsumfrage zeigt, dass viele Betriebe ihr Angebot zuletzt sogar ausgeweitet haben.

Die Auszubildenden haben glänzende Übernahmechancen

74 Prozent der Auszubildenden werden nach ihrem Abschluss unbefristet übernommen – ein starker Wert und ein klares Signal für die Attraktivität und Verlässlichkeit unserer Industrie. Zudem brechen deutlich weniger junge Menschen in unserer Branche ihre Ausbildung ab als noch 2023. Das zeigt: Unsere Ausbildungsberufe sind attraktiv, und der Rahmen stimmt.

Am Ausbildungsmarkt ist noch viel zu tun

Doch all das darf nicht über die eigentliche Herausforderung hinwegtäuschen: Wenn wir den Standort langfristig sichern wollen, bleibt am Ausbildungsmarkt noch viel zu tun. Gut vier von fünf Betrieben beklagen zu geringe Bewerbungseingänge – fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Gleichzeitig sagen zwei Drittel der Betriebe, dass ihre Versuche, den direkten Kontakt zu allgemeinbildenden Schulen zu intensivieren, ins Leere laufen. Zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne tragfähigen Abschluss und ohne ausreichende Orientierung für den Arbeitsmarkt.

Können wir es uns da wirklich noch leisten, Schule und Berufsleben weitgehend voneinander zu trennen? Ist es verantwortbar, junge Menschen in den Arbeitsmarkt zu entlassen, ohne dass sie wissen, was sie dort erwartet und welche Wege ihnen offenstehen?

Gute Berufsorientierung und Praktika sind ein Muss

Wir brauchen daher eine hochwertige Berufsorientierung: praxisnah und so gestaltet, dass sie Interesse weckt. Praktika gehören dazu – aber sie allein reichen nicht. Berufsorientierung muss kontinuierlich, verbindlich und altersübergreifend stattfinden. Dass das möglich ist, zeigen Beispiele aus unserem Verbandsgebiet – überall dort, wo Schule und Wirtschaft engagiert zusammenarbeiten.

Wir brauchen vor allem eine gute und nachhaltige Berufsorientierung – die Verbände zeigen, wie das geht

Also, liebe Politikerinnen und Politiker im Norden: Seitens Nordmetall und AGV Nord stehen wir bereit.

Sorgen wir daher gemeinsam für mehr gute Nachrichten vom Standort Norddeutschland – wir können sie alle brauchen.

Nico Fickinger ist Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, die aktiv im Norden möglich machen. Diskutieren Sie mit ihm: nordwort@aktivimnorden.de

Hier finden Sie den aktuellen Podcast zum Thema: nordmetall.de/standpunkte-politik-podcasts