Er will und will nicht anspringen, der deutsche Konjunkturmotor: Die deutsche Industrie geht ohne Aussicht auf Besserung ins vierte Rezessionsjahr. Weiter gestiegene Energie- und Materialpreise, hohe Arbeitskosten, die unvermindert schwierige Weltlage und die kaum verbesserten nationalen Rahmenbedingungen lassen auch bei den norddeutschen Betrieben der Metall- und Elektro-Industrie keine Hoffnung aufkeimen. Das belegt unsere Frühjahrs-Konjunkturumfrage 2026.
Es droht der Abstieg Deutschlands, aber noch haben wir die Möglichkeit, diese Entwicklung zu verhindern
Besonders besorgniserregend: Selbst in den Branchen mit guter Auftragslage, zu denen etwa Luft- und Raumfahrt, ein großer Teil des Schiffbaus sowie der Windkraft-Industrie gehören, wird vielfach die Verlagerung ins Ausland erwogen – unter allen M+E-Unternehmen im Norden denkt jedes vierte darüber nach.
Sogar Forschung und Entwicklung verlassen inzwischen unser Land. Darin spiegelt sich der innereuropäische Standortwettbewerb: Man braucht nicht nach Asien oder in die USA auszuweichen; schon in der EU finden sich oft deutlich günstigere Produktions- und Investitionsmöglichkeiten.
Und dann sind da noch die fortdauernden Reformblockaden in Berlin: Jüngstes Beispiel ist der geradezu absurde Referentenentwurf zur Einführung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Wochenarbeitszeit. Was die langersehnte Flexibilität nicht nur für unsere Unternehmen, sondern auch für ihre Beschäftigten ermöglichen soll, wird vom Bundesarbeitsministerium nach Kräften konterkariert und kaputtreguliert.
Wenn sich diese koalitionsgefährdende Reformverweigerungshaltung und das ihr zugrunde liegende tiefe Misstrauen gegenüber den Arbeitgebern nicht bald ändern, wird es weitere Rezessionsjahre geben – ohne Wachstum, ohne Investitionen, mit Arbeitsplatzabwanderung und mit einer wirtschaftlichen Misere, der auch eine politisch-gesellschaftliche Notlage folgen könnte – kein Motorstottern, sondern der Abstieg Deutschlands wäre die dramatische Folge. Das dürfen wir nicht zulassen.
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