Deutschlands Industrie steht angesichts explodierender Energiepreise, kaum abgebauter Bürokratie und international hoher Arbeitskosten unter großem Druck. Wenigstens die zugesagte flexiblere Verteilung der Wochenarbeitszeit nach europäischem Vorbild sollte die Bundesregierung nun endlich voranbringen.

Der Widerstand der Gewerkschaften und aus Teilen der SPD passt nicht in eine Zeit, in der Unternehmen global über unterschiedliche Zeitzonen hinweg agieren müssen. Und der Blockadeversuch schadet auch vielen Beschäftigten, die sich wünschen, die Arbeitszeit nach ihren Bedürfnissen innerhalb einer Woche verschieben zu können, ohne dadurch die Gesamtarbeitszeit zu verändern.

Dass Letzteres drohe, behauptet die DGB-Bundesvorsitzende immer wieder. Frau Fahimi sollte es besser wissen und mit der Verbreitung von Unwahrheiten aufhören: Das wöchentliche Arbeitszeitvolumen, geregelt in vielen Tarifverträgen, soll überhaupt nicht angetastet werden.

Wir müssen den Mut aufbringen, alte Konzepte infrage zu stellen und durch zeitgemäße Ideen zu ersetzen

Es geht einzig und allein um die Einführung einer „wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit“ – so steht es auch im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung.

Der Sozialpartnerdialog dazu hat im vergangenen Jahr bedauerlicherweise zu keinem Ergebnis geführt. Das darf für die Bundesregierung – und besonders für die Bundesarbeitsministerin – aber kein Vorwand für Untätigkeit sein. Vielmehr muss es nach europäischem Vorbild endlich möglich werden, nach einer flexiblen Wochenarbeitszeit zu arbeiten.

Es geht lediglich um das Aufbrechen der starren gesetzlichen Begrenzung auf acht Stunden Arbeit und elf Stunden Ruhezeiten am Tag, die eine praxisferne Sonderbelastung für Betriebe und Beschäftigte darstellen. Dass es anders geht, zeigt die Arbeitszeit von Beamten: Diese wird in Deutschland bereits seit Jahrzehnten nach europäischem Vorbild geregelt, zum Wohle aller Beteiligten. Diese Flexibilität brauchen wir jetzt auch für unsere Industrie.

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