Michael Jackson war mehr als ein Musiker, mehr als ein Tänzer, mehr als ein Weltstar. Er war ein Phänomen der Moderne – ein Spiegel ihrer Sehnsüchte und ihrer Abgründe, ihrer Utopien und ihrer Widersprüche.
Die Ausstellung „This Is It“ im Barlach Kunstmuseum Wedel lädt dazu ein, Michael Jackson neu zu sehen. Nicht allein als „King of Pop“, nicht nur als Schöpfer von „Thriller“ oder „Billie Jean“, sondern als eine Figur, die die kulturelle Imagination eines halben Jahrhunderts geprägt hat. Er war Ikone und Projektionsfläche zugleich: ein Tänzer, der die Gravitation herausforderte, ein Sänger, der Millionen vereinte, ein Mensch, dessen Gesicht sich vor den Augen der Welt verwandelte.
Aber Ikonen gibt es selten ohne Brüche. Jacksons Leben war überschattet von Gerichtsverfahren, Missbrauchsvorwürfen und medialer Skandalisierung. Die Ausstellung in Wedel will jedoch nicht urteilen, sondern ein Panorama eröffnen: von den spektakulären Konzerten bis zu den stillen Momenten des Zweifels, von der globalen Verehrung bis zur schonungslosen Kritik.
Herzstück der Ausstellung ist der Film „This Is It“ von 2009, der die Proben in Los Angeles für das geplante Comeback in London dokumentiert. Der Film zeigt die Vorbereitungen zu diesem Event, das Jackson nicht mehr erlebte. Er starb 18 Tage zuvor, am 25. Juni 2009.
Gleichzeitig beleuchtet die Ausstellung die Ambivalenzen, die das Leben des Musikers und sein Nachwirken prägen. Dabei versteht sich die Ausstellung nicht als Huldigung, sondern als kritische Auseinandersetzung mit der globalisierten Popkultur und ihrem Starkult. Sie zeigt, wie das musikalische Werk Jacksons bis heute wirkt, und fragt zugleich, wie eine Gesellschaft mit den Schattenseiten ihrer Idole umgeht.
Die Ausstellung (geöffnet Dienstag bis Sonntag 11.00 bis 19.00 Uhr) ist noch bis Ende März 2026 zu sehen. Eintritt: 12 Euro. Weitere Infos unter ernst-barlach.de.

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.
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