Warum schwammen früher oft Nackedeis in der Elbe? Die Antwort darauf gibt die Ausstellung „Mensch – Modell – Maschine“ im Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg.
Das Leben der Binnenschifferfamilien und ihre Geschichte stehen im Mittelpunkt der liebevoll gestalteten Sammlung. Wie lebten die Menschen an Bord der motorlosen Kähne, die bis ins 20. Jahrhundert die Elbe befuhren? Wie war es, als Dampfschiffe den Fluss eroberten? Diese Fragen und viele weitere beantworten Modelle, Versuchsstationen und begehbare Erlebniswelten.
Das heutige Leben auf Binnenschiffen wird dabei genauso dargestellt wie die Flößerei und das Leben der Treidler in früheren Zeiten. Auch politische Themen wie die Bedeutung der Elbe als Grenzfluss während der deutsch-deutschen Teilung werden thematisiert.
Das Elbschifffahrtsmuseum zeigt die Schiffsantriebe in Bewegung
Die Ausstellung ist interaktiv gestaltet. Kurzweilige Filme informieren über die unterschiedlichsten Aspekte der Elbschifffahrt. Zentrale Themenbereiche sind abwechslungsreich in kleinen, historischen Räumen der beiden Museumsgebäude gestaltet. Wer mehr wissen will, stöbert in einer der vielen digitalen Audio- und Archivstationen.
Einen besonderen Besuch wert ist der Gewölbekeller, früher der alte Ratskeller Lauenburgs. Heute beherbergt das Gewölbe die spannend illuminierte „Schatzkammer der Schiffsantriebe“. Hier können Dampfmaschinen und Dieselmotoren unterschiedlicher Bauarten angesehen werden.
Die Sammlung ist in ihrer Art einzigartig in Deutschland, nirgends wird die Mechanisierung der Schifffahrt so durchgängig präsentiert wie hier. Im Rahmen von Museumsführungen werden die Schiffsantriebe in Bewegung gezeigt.
Der „Kaiser Wilhelm“-Dampfer stammt aus dem Jahr 1900
Das größte „Exponat“ ist allerdings nicht im Museum selbst zu finden. Es ist der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“, gebaut 1900 in Dresden. Er liegt etwa 250 Meter entfernt am Anleger vor der Lauenburger Altstadt. Der „Verein zu Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums“ und die ehrenamtliche Besatzung bieten von Ende April bis Ende September jedes zweite Wochenende Fahrten auf der Elbe an.
Das Museum selbst befindet sich in der Elbstraße 59. Hinweis: Obwohl mitten in der Lauenburger Altstadt gelegen, liegt der Haupteingang des Museums ein wenig versteckt „um die Ecke“.
Übrigens: Das regelmäßige Schwimmen von „Nackedeis“ in der Elbe hat einen ganz simplen Hintergrund: Es handelte sich um Schiffskinder, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert auf den Lastkähnen lebten. Dort gab es kaum Platz und keine Badezimmer, deshalb nutzten die Kinder den Fluss zur Reinigung und Abkühlung.
Besucher-Informationen
- Aktuelle Infos gibt es unter: lauenburg-tourismus.de/poi/elbschifffahrtsmuseum
- Kontakt unter: museum@lauenburg-elbe.de

Als Geschäftsführer einer Bremer Kommunikationsagentur weiß Lothar Steckel, was Nordlichter bewegt. So berichtet er für aktiv seit mehr als drei Jahrzehnten vor allem über die Metall- und Elektro-Industrie, Logistik- und Hafenwirtschaft, aber auch über Kultur- und Freizeitthemen in den fünf norddeutschen Bundesländern.
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