Neun Bremer Schulen haben sich aufgemacht, um neue Wege des Lernens zu gehen. Eine Klasse entwickelte naturwissenschaftliche Experimente, die sie dann mit jüngeren Kindern einer benachbarten Schule durchführte. Eine andere Gruppe legte eine Wildblumenwiese an, nachdem sie sich mit dem Thema Biodiversität beschäftigt hatte. In einer Projektwoche suchten sich Schüler ein eigenes Engagement im Stadtteil – ein starkes Beispiel dafür, wie Lernen und gesellschaftliches Handeln zusammenkommen.
„Dieses Programm fördert Demokratiekompetenz und Verantwortungsbereitschaft“
Jannick Leunert, Referent der Nordmetall-Stiftung
Begeisterung und Stolz bei den Schülern
Diese Aktivitäten sind Teil des Programms „Lernen durch Engagement“ (LdE) des Bremer Bildungssenators, das seit einem Jahr vom Landesinstitut für Schule (LIS) und der Freiwilligen-Agentur Bremen umgesetzt wird. Partner sind die Nordmetall-Stiftung und die Barthel-Stiftung.
LdE hat zwei Ziele: Es soll Demokratie und Zivilgesellschaft stärken, indem junge Menschen erleben, dass sie die Gesellschaft mitgestalten können. Sie entwickeln Demokratie- und Sozialkompetenzen und werden in ihrer Persönlichkeit gestärkt. Gleichzeitig verändert Lernen durch Engagement Schule und Lernkultur: Im Fachunterricht planen die Schüler ihre Projekte selbst, setzen sie eigenständig um und reflektieren ihre Erfahrungen gemeinsam. So werden Inhalte des Bildungsplans praxisnah genutzt und als bedeutsam erlebt.
Nun präsentierten rund 80 Schüler aus den neun Bremer Schulen sowie Lehrkräfte und Schulleitungen ihre Projekte. Sie tauschten Erfahrungen aus und nahmen an Workshops teil. Die Atmosphäre war geprägt von Begeisterung und Stolz.
Lob vom Bremer Bildungssenator
Cayenne, Schülerin aus der Oberschule Lesum, organisierte mit ihrer Klasse naturwissenschaftliche Experimente für jüngere Kids. Sie sagt: „Die Kleinen freuen sich immer so sehr, wenn wir kommen. Wir werden behandelt, als wären wir Erwachsene!“
Karen Hilberink, Lehrerin an der Oberschule Habenhausen, war ebenfalls beeindruckt. „Ich habe in unglaublich stolze Gesichter geschaut, wie ich sie im Schulalltag nur selten sehe.“ Auch Jannick Leunert, Referent bei der Nordmetall-Stiftung, zieht eine positive Zwischenbilanz: „Unterricht mit Lernen durch Engagement gibt jungen Menschen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und ihre eigene Wirksamkeit zu erleben. So wächst Demokratiekompetenz aus konkretem Handeln.“
Nicht zuletzt deshalb unter- stützt die Nordmetall-Stiftung seit 2025 den Aufbau eines Landesnetzwerks in Bremen mit 80.000 Euro pro Jahr. Wichtig sei es, so Leunert, die Methode langfristig im Bildungssystem zu verankern – und damit vielen jungen Menschen die Erfahrung zu ermöglichen, dass ihr Engagement zählt.
Das ist auch im Sinne von Bildungssenator Mark Rackles. „Dass Schulen demokratische Fähigkeiten und Einstellungen der Schüler fördern, ist mir ein großes Anliegen.“ Das Programm leiste dazu einen wichtigen Beitrag.

Als Geschäftsführer einer Bremer Kommunikationsagentur weiß Lothar Steckel, was Nordlichter bewegt. So berichtet er für aktiv seit mehr als drei Jahrzehnten vor allem über die Metall- und Elektro-Industrie, Logistik- und Hafenwirtschaft, aber auch über Kultur- und Freizeitthemen in den fünf norddeutschen Bundesländern.
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