Ein Barcamp ist ein offenes Veranstaltungsformat ohne festgelegte Tagesordnung. Das Programm entsteht vor Ort aus den Themen, Fragen und Impulsen derjenigen, die dabei sind. Beim ersten Bremer MINT-Barcamp war es nicht anders; hier trafen sich über 100 Lehrkräfte, Schüler und außerschulische Bildungsakteure im Haus der Wissenschaft, und zum Auftakt traten nacheinander 15 Personen ans Mikrofon, um in jeweils 30 Sekunden für ihre Session zu begeistern.
Das Barcamp bot ein breites Themenspektrum
Binnen weniger Minuten entstand ein Programm, das so vielfältig war wie die MINT-Bildung selbst. Rund sechs Stunden dauerte die erste Bremer Veranstaltung dieser Art und sie lebte vor allem von ihren sogenannten „Teilgebenden“.
Die Themen reichten von App-Entwicklung über berufliche Orientierung, offene Werkstätten und Experimentierformate bis hin zu mehrsprachigem Mathe-Unterricht. Auch die Frage, wie grundlegende Kompetenzen in MINT-Fächern besser aufgebaut und erhalten werden können, wurde diskutiert.
Anschaulichkeit statt trockener Theorie
Dabei ging es nicht um abstrakte Zukunftsbilder, sondern um konkrete Erfahrungen aus Unterricht, Bildungsprojekten und außerschulischen Lernorten. Immer wieder wurde thematisiert, wie junge Menschen früh erleben können, wie nah MINT-Themen an ihrem Alltag und ihren späteren beruflichen Möglichkeiten sind.
Wie anschaulich MINT-Bildung sein kann, zeigte etwa eine Session zu einem Educational Escape Game über Korallenriffe. Nach einer kurzen Einführung wurde es praktisch: Die Teilnehmer steckten die Köpfe zusammen und diskutierten, wie sich wissenschaftliche Inhalte spielerisch vermitteln lassen.
Auch der Bildungssenator war als Partner beteiligt
Ein anderes Praxisfenster öffnete Lehrer Jörn Frankenfeld mit seiner Session „Vom Unterrichtsalltag in den App Store“. Er berichtete, wie er mithilfe von KI eine App für den Mathe-Unterricht entwickelte – ohne Programmierausbildung, aber mit einer konkreten Idee, Ausdauer und der Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.
„MINT-Bildung wird dann stark, wenn sie nah an der Praxis ist“
Jannike Bohlen, Projektkoordinatorin der Nordmetall-Stiftung
Getragen wurde die Veranstaltung von mehreren Partnern, darunter die Universität Bremen, Bildungssenator Mark Rackles, das Landesinstitut für Schule, das Schulamt Bremerhaven, das MINTforum Bremen und die Nordmetall-Stiftung.
Das Format passt perfekt zur Förderlogik der Stiftung: „MINT-Bildung wird dann stark, wenn sie nah an der Praxis ist und unterschiedliche Menschen ihre Perspektiven einbringen“, sagt Jannike Bohlen, Projektkoordinatorin der Nordmetall-Stiftung. „Genau dafür braucht es Räume, in denen Ideen offen geteilt und weiterentwickelt werden.“
MINT-Bildung: 15 Sessions und jede Menge neue Impulse
Besonders war nicht nur die Themenvielfalt, sondern auch die Atmosphäre: freundlich, dynamisch, konzentriert. Die Teilnehmer wechselten zwischen Räumen und Gesprächsrunden hin und her und nahmen neue Kontakte mit. Einer von ihnen brachte es auf den Punkt: „So funktioniert ein Netzwerk: Wissen geben, Wissen nehmen. Daraus entsteht eine Lernkultur, in der neue Ideen keimen können.“
Alle waren sich einig: Der Auftakt des MINT-Barcamps ist gelungen. Was bleibt, sind nicht nur 15 Sessions und viele Notizen, sondern vor allem Ideen, die weiterwandern: in Schulen, in außerschulische Lernorte, in neue Kooperationen und Netzwerke.







