Die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2025 zeichnen ein differenziertes Bild für die fünf norddeutschen Bundesländer. Mecklenburg-Vorpommern macht einen großen Sprung nach vorne, Schleswig-Holstein verbessert sich leicht, und Hamburg kann seine Spitzenposition behaupten, während Niedersachsen weiter abrutscht und Bremen einmal mehr das bundesweite Schlusslicht bleibt.
Niedersachsen fällt im Ranking leicht zurück
Die Ergebnisse im Detail: Hamburg sichert sich erneut Platz 3 und ist besonders stark bei Fremdsprachenunterricht, Ganztagsangeboten und Betreuung. Schwächen gibt es weiterhin bei der Schulqualität und der Einwerbung von Drittmitteln für Professuren.
Mecklenburg-Vorpommern verbessert sich deutlich um vier Plätze auf Rang 9. Stärken liegen im Hochschulbereich, den Ganztagsangeboten und der Integration, doch der MINT-Bereich und hohe Abbrecherquoten bleiben große Baustellen.
Das Bundesland Schleswig-Holstein steigt um zwei Plätze auf Rang 8. Positiv sind hier die geringe Wiederholer-Quote und eine vergleichsweise niedrige Bildungsarmut. Defizite bestehen hingegen im Bereich der MINT-Wissenschaften, bei der Akademikerquote und der Forschungsorientierung.
Niedersachsen fällt um zwei Plätze auf Rang 10 zurück. Gute Ergebnisse im Hochschulbereich können die Defizite bei Ganztagsbetreuung, Internationalisierung und der Integration ausländischer Jugendlicher nicht kompensieren.
Bremen zum fünften Mal auf dem letzten Platz
„Wir brauchen mutige Schritte“
Thomas Küll, Abteilungsleiter Bildung, Arbeitsmarkt, Fachkräfte bei Nordmetall und AGV Nord
Positive Aspekte sind unter anderem eine gute Platzierung bei der Digitalisierung und die hohe Akademikerquote.
Thomas Küll, Mitglied der Geschäftsleitung bei Nordmetall und AGV Nord: „Die Ergebnisse des aktuellen Bildungsmonitors machen deutlich: Wir haben in Norddeutschland eine gute – teilweise sogar hervorragende – Grundlage, um den Standort zukunftssicher zu machen. Aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir zugleich strukturelle und besorgniserregende Probleme im Bildungssystem haben.“
Sein Fazit: „Das Arbeiten an kleinen Stellschrauben bringt uns an vielen Stellen nicht mehr weiter. Es braucht jetzt mutige und ganzheitliche Schritte, um Qualität, Chancengerechtigkeit und Verlässlichkeit in den Vordergrund zu stellen.“
Über den Bildungsmonitor
Der jährliche Bildungsmonitor für alle deutschen Bundesländer wird seit 2004 vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt, in diesem Jahr bereits zum 22. Mal.
In die seit 2004 jährlich erstellte Studie fließen insgesamt 98 Indikatoren ein. Die im INSM-Bildungsmonitor 2025 dokumentierten Zahlen bilden überwiegend die Jahre 2023 und 2024 ab.

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.
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