Das Vorhaben war ambitioniert und der Zeitplan ehrgeizig, aber nach rund vier Monaten war es geschafft und Blohm+Voss (B+V) konnte die Räume seines erweiterten Ausbildungszentrums in Betrieb nehmen. Durch den Umbau wuchs die Gesamtfläche um 450 auf 1.300 Quadratmeter, was die Möglichkeit eröffnete, die Schraubstock- und die Zerspanungswerkstatt deutlich zu erweitern.
Zudem wurde das Ausbildungszentrum mit vier modernen Dreh- und drei Fräsmaschinen aufgerüstet. Und es wurden Kapazitäten für die Anlagenmechanik geschaffen, die die Werft 2024 wieder in den Lehrplan aufgenommen hatte.
Darüber freut sich auch Ausbildungsleiter Knut Marquardt. „Unser modernisiertes und erweitertes Ausbildungszentrum bietet ideale Bedingungen für eine zeit- gemäße und praxisnahe Ausbildung im Schiffbau“, so Marquardt. „Damit haben wir zusätzliche Ressourcen, um bis zu 36 Azubis und dual Studierende pro Ausbildungsjahrgang auszubilden und unseren Nachwuchs optimal auf die Anforderungen der industriellen Fertigung vorzubereiten.“
In dem Ausbildungszentrum erhalten nicht nur die Azubis von B+V ihre Grundausbildung, sondern auch ihre jungen Kollegen von der ebenfalls zu NVL gehörenden Norderwerft und der auf Steinwerder ansässigen Lürssen Yachts & Refit Services.
„Ausbildung ist ein zentrales Thema für NVL“
Frank Hollmann, Personalleiter NVL
Ohnehin ist NVL in Sachen Ausbildung sehr aktiv, und das seit vielen Jahren. Lisa Kehr aus dem Personalbereich von NVL: „Insgesamt bilden wir an unseren vier norddeutschen Standorten gegenwärtig rund 140 Nachwuchskräfte aus. Dabei handelt es sich um Auszubildende und dual Studierende sowohl im kaufmännischen als auch im technischen und gewerblichen Bereich.“
Kooperation mit Hochschulen
Bei den dualen Studienangeboten kooperiert NVL mit mehreren Hochschulen im norddeutschen Raum, unter anderem in Flensburg, Stralsund und Bremen. Außerdem gibt es seit einiger Zeit eine intensive Zusammenarbeit mit der Nordakademie in Elmshorn, wo duale Studenten von NVL die Wahl zwischen Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen haben. Beide Studiengänge dauern dreieinhalb Jahre und enden mit dem Bachelor-Abschluss.
„Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung sind für uns von der NVL elementare Zielbausteine für erfolgreichen Schiffbau“, bestätigt B+V-Geschäftsführer Nils Moser. „Mit der Investition in eine qualifizierte Ausbildung unterstreichen wir nicht nur unsere Verantwortung gegenüber jungen Talenten, es ist auch ein Bekenntnis zum Standort und zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit in einer technologisch anspruchsvollen Branche.“
Stetiges Wachstum, hoher Personalbedarf
Der Personalbedarf bei NVL ist hoch, in den vergangenen Jahren ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen. Allein 2023 wurden rund 400 neue Mitarbeiter eingestellt, wodurch die Gesamtzahl der weltweit Beschäftigten auf aktuell rund 2.300 stieg.
Die Werft Blohm+Voss wurde 2016 von Lürssen übernommen und 2021 der neu gegründeten Defence-Sparte NVL zugeordnet. Momentan arbeiten rund 450 Fachkräfte für das Hamburger Unternehmen, das im April 1877 von Hermann Blohm und Ernst Voss gegründet worden war.

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.
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