„Wir sind ein klassischer Hidden Champion“, sagt Philipp Kroepels, der bei MB Energy das Geschäft mit kohlen-stoffarmen und Produkten aus nicht fossilen Grundstoffen verantwortet, bei einem Rundgang durch ein Tanklager im Hamburger Hafen. Mit dieser Beschreibung hat er recht, denn sonderlich bekannt ist das Unternehmen, das früher Mabanaft hieß und in dritter Generation einer Hamburger Kaufmannsfamilie gehört, außerhalb von Expertenkreisen tatsächlich nicht.

Dabei gäbe es allen Grund dazu, denn MB Energy zählt zu Deutschlands größten unabhängigen Importeuren von Kraftstoffen und beschäftigt weltweit rund 1.800 Mitarbeiter. Bekannt sind eher die Produkte, vom Kerosin für Flugzeuge bis zum Biokraftstoff an der Tankstelle – MB Energy kauft all das auf den Weltmärkten ein. Eigene Raffinerien habe man nicht, betont Kroepels, doch das sei eher ein Vorteil. Gerade jetzt.

Weiterentwicklung der Flüssigkraftstoffe

MB Energy entwickelt sich weiter. Im Mai vollzog das Unternehmen die Umbenennung und unterstützt nun seine Kunden durch die Bereitstellung zukunftsorientierter Alternativen beim Übergang zu emissionsärmeren Energieträgern. Da hilft es, flexibel zu sein. Kroepels: „Wasserstoff, Ammoniak und Methanol sind Teil der Energiewelt von morgen, und damit beschäftigen wir uns.“

„Wasserstoff, Ammoniak und Methanol sind Teil der Energiewelt von morgen“

Philipp Kroepels, Director New Energy bei MB Energy

Das Unternehmen bietet heute seinen Kunden Energie in Form von Flüssigkraftstoffen und will die Produktpalette zukunftsfähig erweitern. Die Voraussetzungen für die Transformation sind gut, denn MB Energy gehören bereits 14 Großtanklager, die überwiegend in Deutschland stehen. Und im Hamburger Hafen hat MB Energy mit insgesamt 72 Tanks sogar das zweitgrößte Tanklager Deutschlands. Kroepels: „Wir importieren jährlich elf Millionen Tonnen Flüssigkraftstoffe und beliefern damit über 250.000 Kunden aus der Schifffahrt, der Industrie und anderen Bereichen.“

Angeliefert werden die Kraftstoffe überwiegend auf dem Wasserweg, zum Endkunden gelangen sie über die Schiene, per Lkw, Binnenschiff oder Pipelines. Kroepels: „Durch unsere vielen Kunden haben wir ein sehr konkretes Feedback und wissen, was im Bereich Energiewende möglich ist und was nicht. Wir wollen bereit sein, wenn die Veränderungen im Markt ankommen.“ Dazu sollen die Tanks am Hamburger Großtanklager Blumensand umgerüstet werden. Das Investitionsvolumen für die neue Infrastruktur liegt im dreistelligen Millionenbereich.

Der Standort Hamburg ist dafür optimal geeignet, mit Wasserzugang und mitten im neuen „Sustainable Energy Hub“ gelegen. Dieser wurde im Hafenentwicklungsplan 2040 beschlossen, um die Chancen der Energiewende zu nutzen und eine neue tragende Säule im Universalhafen Hamburg zu entwickeln.

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Mit dem Bürgermeister nach Neufundland

So ging es kürzlich mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher auf eine Delegationsreise nach Kanada und Neufundland. Dort weht ein konstanter Wind, perfekt für die Produktion von „grünem“ Wasserstoff auf Basis von Windstrom. Damit ließen sich jährlich bis zu 140.000 Tonnen kohlenstoffarmen Ammoniaks produzieren, die man nach Hamburg verschiffen könnte. Dieses Projekt will MB Energy nun realisieren, doch das Vorhaben ist komplex, allein der Genehmigungsantrag hat über 3.000 Seiten.

11.000.000 Tonnen Flüssigkraftstoffe importiert MB Energy pro Jahr

Auch Methanoltanks sollen am Standort Blumensand künftig eine Rolle spielen. „Ein wichtiges Produkt für die Schifffahrt“, sagt Kroepels. „Wir haben eine Absichtserklärung mit TUI Cruises unterzeichnet. Das neue ‚Mein Schiff 7‘ ist mit Dual-Fuel-Motoren ausgestattet und somit auch perspektivisch für den Betrieb mit grünem Methanol geeignet.“ Dieser Antrieb ermöglicht es, Emissionen zu reduzieren.

Die Pläne von MB Energy sind vielfältig, auch mit dem norwegischen Wasserstoffproduzenten Gen2 Energy haben die Hamburger bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, um künftig flüssigen Wasserstoff abzunehmen.

Bei Projekten wie diesen ist die Eigentümerstruktur des Unternehmens ein großer Vorteil. Kroepels: „Da wir nicht börsennotiert und damit relativ unabhängig sind, können wir die Dinge immer mit einer langfristigen Denkweise angehen.“

Soziales Engagement in der Hansestadt

Langfristig sind auch die Pläne für den Standort Hamburg. Das dort im Jahr 1947 als Mineralölhändler gestartete Unternehmen hat eine enge Beziehung zur Hansestadt und will seinen Hauptsitz dort behalten.

Das zeigt sich unter anderem in dem gesellschaftlichen Engagement der Firma für örtliche Belange. So fand im Herbst 2025 der erste „MB Energy Charity Day“ statt, bei dem zahlreiche Beschäftigte sich in einem Haus der Arbeiterwohlfahrt im Stadtteil Farmsen trafen, um beim Anstreichen der Räume und anderen Arbeiten zu helfen.

Stipendium für junge Menschen

Darüber hinaus fördert MB Energy ein Stipendium des Studierendenwerks Hamburg. Mit dieser Initiative werden junge Menschen unterstützt, die ihr Studium trotz besonderer Herausforderungen meistern.

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