Als am 2. April in Florida die Mission „Artemis II“ begann und die stärkste Rakete, die die Nasa je gebaut hat, Richtung Mond abhob, saßen auch in Bremen Tausende von Zuschauern vor den Monitoren. Obwohl es bereits 00:35 Uhr war, verfolgten sie gebannt, wie das 2.600-Tonnen-Geschoss die Erde verließ, denn das Herzstück der Konstruktion, das European Service Module (ESM), war von Airbus in der Weserstadt gebaut worden.
Zehn Tage war die Crew unterwegs
An Bord der Orion-Kapsel oberhalb des ESM (siehe Grafik links) befand sich eine vierköpfige Crew: Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover sowie die Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen. Sie verbrachten die ersten 24 Stunden in einer hohen Erdumlaufbahn, um alle Systeme des Raumschiffs und des ESM intensiv zu testen.
Danach zündete die Oberstufe erneut und schickte Orion zum Mond. Während der Reise führte die Crew wichtige Manöver durch und sammelte Daten zur Strahlungsbelastung.
Die Mission Artemis II bedeutete einen neuen Rekord im All
Am fünften Tag erreichte die Mission ihren Höhepunkt: Der Mond wurde in einer Entfernung von rund 7.400 Kilometern umrundet. Dabei stellten die Astronauten mit 406.771 Kilometer Distanz zur Erde einen neuen Rekord für Menschen im All auf. Nach zehn Tagen war die Mission beendet und die Kapsel landete am 11. April im Pazifik vor der kalifornischen Küste.
Das ESM dagegen trennte sich vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre von der Kapsel und verglühte binnen weniger Minuten über dem Pazifik. Nur kleine Fragmente versanken im Meer.

Der gebürtige Westfale ist seit über 35 Jahren im Medienbereich tätig. Er studierte Geschichte und Holzwirtschaft und volontierte nach dem Diplom bei der „Hamburger Morgenpost“. Danach arbeitete er unter anderem bei n-tv und „manager magazin online“. Vor dem Wechsel zu aktiv im Norden leitete er die Redaktion des Fachmagazins „Druck & Medien“. Wenn er nicht in den fünf norddeutschen Bundesländern unterwegs ist, trainiert er für seinen dritten New-York-Marathon.
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